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Afrika 2004/2005



  

Kartenüberblick!! (Powered by GoogleMaps)
Infos vom Auswärtigen Amt

Einreise per Motorrad:

Deutsche Staatsangehörige können mit Reisepass bis zu 90 Tage, für touristische Zwecke, einreisen. Eine Verlängerung dieser Zeitspanne ist grundsätzlich nicht möglich und nur mit kompliziertem Antrag bei der Ausländerpolizei machbar. Eingeführte Fahrzeuge werden im Reisepass vermerkt und sind zwingend wieder auszuführen, anderenfalls wird die Ausreise verweigert und es drohen hohe Zollstrafen (auch bei verunfallten Fahrzeugen). Zur Fahrzeugversicherung ist eine grüne Versicherungskarte ausreichend.
Für die Einfuhr eines GPS-Navigationsgerätes bedarf es einer Erlaubnis! Diese kann man z.B. unter Verwendung dieses Formulars (pdf), von www.kohlbach.org, bei der zuständigen Marokkanischen Behörde beantragen.

Tabellarischer Kurzüberblick:

Reisedaten Marokko
ZeitraumLandMitreisendeBemerkungen
19.12.2004 bis 18.01.2005Marokko/AlgerienWir(!)Midelt, Erg Chebbi, Marakesch

Einige GPS-Koordinaten (WGS 84)
OrtLandKoordinatenBemerkungen
MideltMarokkoN32 38.695 W4 46.371Pension Djafaar
Source Bleue de MeskiMarokkoN31 51.502 W4 16.936Ali's Haus
Kasbah/MeskiMarokkoN31 51.519 W4 17.373Schöne, alte Ruine einer Kasbah
Campingplatz/Erg ChebbiMarokkoN31 05.083 W4 00.452Schöner Campingplatz
Dschemaa al-Fna/MarrakeschMarokkoN31 37.598 W7 59.470Der berühmte "Platz der Gehängten"

Download von Tracks
Track von Merzouga nach Zagora (als OVL)
Track von Merzouga nach Zagora (als PDB)

Alle Bilder übersichtlich in einer Galerie? Hier


Wenn man mal überlegt, wie die Reise begann - vielleicht hätte man die Vorzeichen besser deuten können...
Alles begann am 19.12.2004, bei ca. -6 Grad, in Hamburg.
Gegen Mittag sollte der Autoreisezug uns von Altona nach Narbonne (Frankreich) bringen.
Doch ersteinmal hieß es bei Glatteis nach Altona zu kommen.
Das gelang -zumindest Carola- zunächst nur sehr suboptimal.
An der ersten (in Zahlen:1.) Kreuzung die sich ihr bat, legte sie sich und Ihre voll beladene XT ab.
Soweit so gut - blöd nur, dass die Maschine nun nicht mehr anspringen wollte.
Es begann ein Wettlauf gegen die Zeit.

11.24 Uhr: Carola ruft mich an und teilt mir in ungewohnt hektischem und lauten Tonfall mit, dass sie umgekippt sei und die Maschine nun streike.

11.25 Uhr: Ich beginne die Situation zu verstehen! Gedanken fliegen durch meinen Kopf: "60 Minuten bis Zugabfahrt", "ADAC rufen und Mopped erstmal auf Autoreisezug verladen lasen?"

11.28 Uhr: Ich rufe die Kollegen vom PK 22 an und die schicken einen Streifenwagen zum Unfallort.

11.35 Uhr: Ein findiger Kollege des PK 22 hat die Zündkerze ausgetauscht und die Maschine angekickt.

In letzter Minute erreichten wir also noch die Verladestelle am Bahnhof, um dann dort in die Lethargie der "Bahner" zu verfallen, welche mit dem Verladen noch garnicht begonnen hatten.

Schön auch hier gleich der nächste Defekt an Carolas XT. Oder war es gar kein Defekt?
-Nun, als wir die Maschinen schließlich auf den Zug fahren sollten sprang die XT schon wieder nicht an.
Panik machte sich breit. Doch der Fehler ließ sich nicht beheben. Schließlich wurde die Maschine auf den Zug geschoben.
Mit dem unguten Gefühl im Bauch, mit einer kaputten Maschine zu starten, setzten wir uns ins Abteil. Die Stimmung gedrückt. Da, plötzlich fiel es mir wie Schuppen aus dem Helm:"Du Carola ich hatte vorhin am Bahnhof kurz den Notaus-Schalter gedrückt. Hattest Du den wieder zurückgeschaltet?"

Da war sie, die Lösung des Defekts der keiner war.
Ansonsten war die Zugfahrt soweit ganz angenehm.
Irgendwann in Süddeutschland stiegen zwar dann doch noch zwei mit in unser Abteil, aber lange haben die es mit uns nicht ausgehalten. Gegen einen von ihnen "speziell" ausgehandelten Aufschlag durften sie in ein anderes Abteil ausweichen und wir waren wieder unter uns. Sehr angenehmes Reisen, mit den Maschinen im Schlepptau.

Autoreisezug in Narbonne
Am nächsten Morgen waren wir schon in Frankreich und kurz darauf in Narbonne angekommen.
Nach einem kurzen "Cafe au lait"-Frühstück starteten wir entschlossen Richtung Spanien.
A pro pos...habt ihr schonmal versucht in Frankreich einen solchen Café zu bestellen?
Man könnte ja ob des Namens meinen, dass die Franzosen sowas kennen.
Wer so denkt hat jedoch weit gefehlt. Was man uns da in zahlreichen Cafés so alles als Café au lait unterjubeln wollte hatte zumindest nichts mit unserer vielleicht naiven deutschen Vorstellung davon zu tun.

Spanien war grauselig. Wir hatten ja gehofft, dass es um diese Jahreszeit dort schon etwas erträglichere Temperaturen gibt. Stattdessen hatten wir Wind und Kälte ohne Ende.

Ich kann mich noch an Lloret de mar erinnern. Ich meine, was für Assoziationen hat man mit diesem Namen? Sommer, Sonne, Strand, Party.

Ich kann nur sagen, dass es auch anders geht. Lloret de mar hat sich uns von seiner eher beschissenen Seite gezeigt. Völlig menschenleer und vereinsamt.

Campingplatz in Spanien
Aber auch das kalte Spanien hatte uns nicht aufhalten können und so erreichten wir schließlich das nächste Zwischenziel.

Küste Spaniens

Küste Spaniens


Almeria ! (Webcam Almeria)


Almeria bei Nacht
Hier ging unsere Fähre und damit das erhoffte Ticket in wärmere Gefilde. Die Fahrzeit an der Meeresenge beträgt nur acht Stunden. Da die Fähre gegen 23.00 Uhr ablegte, also eine perfekte Gelegenheit für ein Nickerchen. -Denkt man sich so, bis man an Deck kommt.

Die günstigste Buchung war (natürlich ohne Kabine) die sogenannte Pullman-Seat Variante.
Das bedeutete in einem verqualmten Großraum mit etwa 300 weiteren Passagieren zu sitzen.
Wir zogen die Übernachtung unter freiem Himmel, an Deck der Fähre vor.
In einer Mischung aus Gischt und Dieselabgas schlief es sich hier allemal besser als in dem besagten Großraum.

Auch diese Fahrt fand schließlich ein Ende und so erreichten wir endlich das geliebte Afrika.
In Melila (einer spanischen Enklave) angekommen hatten wir erstmal unsere helle Freude mit den hiesigen Behörden.
Welche arabisch beschrifteten Zettel man in welcher Reihenfolge mit welchen Daten auszufüllen hatte beschäftigte mittlerweile eine ganze Subkultur von vermeintlich hilfsbereiten Marokkanern.

Diese drängten einem ihre Hilfe, unter den wohlwollenden Blicken der Zöllner, regelrecht auf.
Klar auch, dass das nicht umsonst gewesen sein sollte. Nach getaner Arbeit (Zeitaufwand drei Minuten) stellte unser guter Freund Forderungen in astronomischer Höhe.

Nach diesem unschönen ersten Eindruck zog es uns zügig weg von der Küste ins Landesinnere.
Grobe Richtung war zunächst Midelt, eine Stadt im Atlasgebirge.

Die erste Nacht auf dem neuen Kontinent war eigenartig. Nordmarokko
Diese Stille bei Nacht kennt man ja so garnicht und auch die Dunkelheit ist irgendwie anders.
Vor der Reise hatten wir uns wegen der angeblich grassierenden Heuschreckenplage erkundigt.
Es hieß, dass Marokko nicht das notwendige Geld für Bekämpfungsstrategien hätte aufbringen können.
Den lebenden, oder vielmehr toten, Gegenbeweis hierfür hatten wir nun millionenfach um uns herum liegen.
Heuschrecke
Man kann sich nicht vorstellen, was das für ein Bild abgegeben hat. Ringsherum lagen schaarenweise verendete Heuschrecken. Ich weiß nicht aber das Gefühl war wenig erbaulich, speziell wenn man darüber nachdachte woran die Dinger krepiert sind und wieviel davon wohl noch im Boden und der Umgebung herumsumpft.

Heuschreckenplage
Doch weg von dieser Plage hin zu einer anderen Naturkatastrophe.
Je weiter wir in den Süden des schönen Marokkos fuhren desto kälter wurde es.
Man muß dazu wissen, dass das ca. 2000 Meter hohe Mittelgebirge des Landes (Atlasgebirge), wie eine Art Klimatrennwand fungiert.

Unvorteilhafter weise befanden wir uns noch nördlich vom Atlas als etwas für Marokko recht untypisches passierte. Als wir uns Midelt näherten setzte langsames Schneegrieseln ein. Dieses entwickelte sich auf dem weiteren Weg bis hin nach Midelt zu einem handfesten Schneetreiben. Über Nacht schneite es ca. 60 cm Neuschnee und somit war mit den Moppeds kein Vorankommen mehr.

Glücklicherweise hatten wir es bis zur, im Därr Reiseführer zurecht lobend erwähnten Auberge Jaafar, geschafft.
Geschafft, naja fast. Kurz vor Erreichen legten wir uns dann im ca. 30 cm hohen Schnee nach einem Sturz von Carola beide ab. Um ein Haar hätte ich sie dabei noch überfahren. Das sowas dann immer 500 m vom Ziel entfernt passieren muß. Unglaublich!

Füsse am Kamin in der Auberge Die Auberge im Atlas-Gebirge
Der Inhaber der Pension war sehr nett. Auberge Jafaar
Er hatte mal in Süddeutschland Bauwesen studiert und sprach daher ein recht gutes Deutsch. Was für uns folgte waren drei Tage Zwangsaufenthalt, da die Polizei die Passstraßen gesperrt hatte.

Jeden Tag hörten wir also die gleiche Leier. "Nein, die Straßen sind noch nicht freigegeben!" Djlebba im Schnee
Am zweiten Tag erzählte man uns gar die Geschichte von vier Marokkanern die trotz Verbotes die Passstraße hatten fahren wollen und sämtlich erfroren seien. Diese Geschichte reihten wir in die Kategorie der Erzählungen unseres Herbergsvaters.

Schneemannbauen in Afrika
Dieser sprach immer davon, dass er eine Gruppe von französischen Geologen erwarte. Auch diese seien wegen der Schneemassen jedoch im Dorf stecken geblieben und kämen nun nicht mehr weiter in die ca. 5 km außerhalb gelegene Auberge, die im Übrigen im Stil einer Kasbah gebaut war.

Schneelandschaft
Nach drei Tagen und vielen weiteren Horrorgeschichten setzten wir unsere Reise trotz ungläubiger Mine des Herbergsvaters fort.

Weg ins Dorf
Es war wie der Eintritt in eine andere Welt. Nachdem wir den Pass mit seinen wenigen vereisten Stellen hinter uns gelassen hatten waren wir im südlichen und gefühlt 20 Grad wärmeren Landesteil angekommen.

Auf die Frage,ob es hier auch geschneit hat bekamen wir die Antwort,dass es für 2 Tage zumindest so ausgesehen hat,als ob es regnen könnte!
Bei einem ausgedehnten Cafestop genossen wir die tolle Aussicht und konnten immer noch nicht glauben, dass wir noch vor ein paar Stunden von Schnee umgeben waren. Südlich des Hohen Atlas
Doch schliesslich ging es weiter nach "Source Bleue de Meski".Source Bleue de Meski
Philip schloss dort auf seiner ersten Tour 1999 mit Ali und seiner Familie Bekanntschaft und diese wollten wir nun besuchen.
Ich konnte mir nicht ganz vorstellen,dass Sie Philip nach so langer Zeit noch kennen,aber auf dem Campingplatz angekommen dauerte es keine zehn Minuten bis klar war,dass wir natürlich Gäste in seinem Haus sind und dort wohnen würden.
Ali seine Frau und seine 6 Kinder hiessen uns herzlich willkommen. Ali und Familie
Bei einem "Berberwhiskey" wie Ali den typischen sehr,sehr süßen Tee nannt wurden alte Geschichten von Philips erstem Besuch erzählt.
Daß nur Ali und sein ältester Sohn etwas Deutsch bzw. englisch sprachen störte dabei gar nicht.Schliesslich hat man ja Hände und Füße.
Beim Abendessen wurden auch allerhand Pläne für den nächsten Tag geschmiedet.Morgens hiess es dann von Ali immerwieder"Immer Langsam".Schliesslich müsse man noch einen Tee trinken und dann...
Dieser Spruch sollte in den nächsten Tagen noch öfter fallen,was mich stark an meine letzte Reise in Afrika erinnerte"poli,poli"hieß es dort immer wieder was soviel heisst wie "langsam,langsam"
Die Umstellung von der Hektik daheim zur Gelassenheit hier in Afrika fält manchmal nicht leicht.

Drei Tage und ungefähr 500 Tees später kam Philips Freund Jörg mit seiner Freundin Kathrin an.
Die beiden wollten mit ihrem Mercedes nach Mali. Aus Angst jetzt wieder stundenlang Tee trinken zu müssen beschlossen wir mit den Motorrädern zur alten Kasbah zu fahren.
Doch wer hätte das gedacht, Jörg und Kathrin wollten auch mitkommen woraufhin Ali beschloss, uns mit Hilfe seiner zwei Söhne zu führen. Also alle ab ins Auto und los. Schlieeslich sind es nur ca. 2 km bis zur Kasbahruine...

Jedoch konnten wir die normale "Strasse" nicht fahren, da der Fluss zuviel Wasser führte und dort kein Durchkommen war.
Aber Ali liess sich nicht Lumpen und kannte natürlich einen anderen Weg!
Zwei Stunden, eine waghalsige Flussdurchfahrt und etliche Kehrtwendungen später wurde es langsam dunkel.irgendwie dachte jedoch niemand daran das Vorhaben aufzugeben.
Ob es daran lag, dass Ali sich nicht eingestehen wollte, dass er den Weg doch nicht kannte oder Jörg es als Herausforderung für seinen Wagen sah blieb ein Geheimnis....
wir fuhren auch im Dunkeln weiter und suchten den Weg!(quo vadis easyri.de?)

Nach drei Stunden kamen wir endlich an. Eine Besichtigung war in der Stockfinsternis allerdings nicht mehr möglich.
Spontan, wohl als Ablenkung gemeint, zündete unser "Tourguide" ein paar von den vertrockneten Büschen an, damit es wenigstens warm wurde. Lagerfeuer
Wie uns nachher berichtet wurde konnte der Rest der Familie das Feuer vom Dach aus sehen, was uns aber keine Hilfe bei der Rückfahrt war, die wiederum drei Stunden dauerte. Die alte Kasbah
Etwas durchgefroren aber mit dem Gefühl ein "echtes Abenteuer" überstanden zu haben gingen wir zu Bett.
Neben dieser Exkursion gab es aber auch andere, spannende Erlebnisse in Meski.
Brotbacken
Festlich gekleidet
Festlich gekleidet
Über den Dächern von Meski
Wäscheleine
Darunter fielen z.B. die Ausfahrten mit Martin und Jonas, zwei Bayern die wir auf dem Campingplatz kennengelernt hatten.
Martin und Jonas

Die beiden waren mit einem Kleinbus unterwegs, in dem sie neben genialen Ausrüstungs- und Küchengegenständen, ihre zwei KTM 450 EXC untergebracht hatten.

Zwei ganz wunderbar nette und liebe Freunde, die uns noch länger begleiten sollten.
Nun zunächst lernten wir die beiden "hardcore" Enduro-Fahrer bei einer gemeinsamen "off-road"-Unternehmung kennen.

Dabei fuhren wir (ohne Packtaschen versteht sich), das erste Mal auf dieser Reise, fernab von Straßen und durchkämmten die Umgebung Meskis.

Was wir dabei ein wenig außer Acht ließen war, dass die Bauern in der besagten Umgebung ihre spärlichen und daher für uns kaum als solche erkennbaren Kräutergärten angelegt hatten.

So kam es dann, dass Ali, den wir den ganzen Tag nicht gesehen hatten, Abends mit dem Entlüftungsschlauch von Carolas Mopped nach Hause kam und fragte:"Ist das deiner Carola?"

-Vorsicht Fangfrage! Aber ohne es zu ahnen sagte sie ehrlich:"Ja, klar. Wo kommt der denn her?" Daraufhin Ali:"Aus unserem Gemüsegarten!" -Ups, peinlich...

Abends gingen wir gerne nochmal auf einen Cappucino (so gut wie Martin macht den keiner) zum Campingplatz und quatschten mit den neu gewonnenen Freunden "Benzingespräche".

Nun hatten wir das Problem uns aus Ali's Gastfreundschaft heraus zu komplimentieren.
Einfach nett danke und auf wiedersehen sagen hätte ihn derart vor den Kopf gestoßen, dass wir unsere Abfahrt schon aufgeschoben hatten.

So kam es uns sehr gelegen, als die ganze Familie einen Ausflug zu Ali's Bruder zum Erg Chebby machte.
Da Jörg's G-Klasse mit der Familie gut beladen war, konnten wir begründen mit den Moppeds zu fahren.
Das sich unsere Wege dann am Erg Chebby trennten überraschte Ali dann doch etwas.
Doch genau dieses überraschende Moment hatten wir gebraucht und "siehe da", er hat uns gehen lassen.
Kamele bei Erg Chebby
Kamelritt bei Erg Chebby
Dünen im Erg Chebby

Am Morgen hatten Martin und Jonas uns schon Koordinaten von Ksar Sania zugemailt, wo wir nun hinfuhren.
An diesem Abend, das muß auch Carola zugeben, hat unser GPS mal gute Dienste geleistet.
Kurz vor Eintreffen auf dem gemailten Campingplatz nämlich wollten uns zwei "hilfsbereite" Jugendliche in die falsche Richtung locken. Aber anhand des GPS - kein Thema! (Anm.: Das mußte ich jetzt schreiben, da das GPS uns bisweilen nur Ärger bereitet hatte und wir in Spanien zum Teil fies in die Irre geführt worden waren.)

Ich schreibe jetzt nicht, dass es ein Garmin GPS Map 60 CS ist! Wäre ja unfair gegenüber Garmin.

Endlich waren wir da und was war? -Martin erwartete uns mit heißem Essen! Ist das nicht klasse?! Fast so genial wie der Toastaufsatz für den Gaskocher den die beiden "natürlich" auch dabei hatten.

Am nächsten Tag ging es in die roten Dünen des Erg Chebby.
Was für ein Spaß. Die weit und breit größte Sandkiste mit Dünen bis zu einer Höhe von 200m.
Sturz im Sand
Sandfahren
Dünenfahren
Sandfahren
Sandfahren
Dünenfahren
Echt klasse. Martin und Jonas haben jeweils einen von uns an die Hand genommen und uns ein paar Tricks gezeigt.
Natürlich klappte das bei uns nicht halb so gut wie bei denen, aber wir fingen ja auch erst an.

Hier auf dem Campingplatz lernten wir nun noch zwei liebe Motorradreisende kennen. Claudia und Werner kamen aus Remscheid und waren mit zwei "Gummikühen" unterwegs. Mit den schweren Maschinen sind sie tatsächlich auch in die Dünen gefahren und haben dabei noch eine echt gute Figur abgegeben.

Mich hat's in den Dünen dann irgendwann geschmissen, aber glücklicherweise war nix passiert.

Wenn ich eben noch von Tricks geschrieben habe, so wäre "profane Grundkenntnisse" sicherlich zutreffender gewesen. Wir bedanken uns jedenfalls noch mal ganz herzlich bei unseren beiden Scouts für die notwendige Geduld mit uns.
Ich für mich kann sagen, dass ich nach dem Dünenhüpfen total fertig gewesen bin.
Zurück im nahegelegenen Camp spürte ich buchstäblich jeden einzelnen Knochen und war für den Rest des Tages nicht mehr zu gebrauchen.
Ihr denkt jetzt, was hat denn der -schließlich hat er ja eine Physiotherapeutin an der Seite...
Hier irrt jedoch der BGH, die mitreisende "Krankengymnastin" war nämlich schließlich auch im Urlaub!

Naja, so machte das Reisen jedenfalls richtig viel Spaß und wir waren eine echt gute Gruppe.
Meinetwegen hätten wir noch tagelang mit morgentlichen Röst-Toast und gemütlichen Gesprächen verbringen können, aber dann wäre es ja keine Reise.

Getreu dem Motto "der Weg ist das Ziel" ging es also weiter.
Gemeinsam mit Claudia und Werner wollten wir nun gut 170 km Piste fahren.
-Leider trennten sich somit zunächst die Wege von Martin und Jonas, wir sollten sie aber schon bald wiedersehen.-

Grundlage für die Streckenführung war ein Track, den Werner in seinem Garmin hatte.
Gespeichert hatte ihn, vor einige Zeit, ein Kumpel von Werner.
Leider hatte es seitdem wohl etwas Niederschlag gegeben, der die von uns zu durchfahrenden Flußläufe bisweilen unpassierbar machte.
Ausgetrocknetes Flussbett
Motorrad aus dem Matsch schieben
Im Matsch fest gefahren
Piste fahren
Zwar waren die mutmaßlichen Niederschläge bereits versickert, zurückgelassen hatten sie jedoch eine lehmige Schlammschicht, die nur auf den ersten Blick zu tragen schien.
Fuhr man allerdings über diese dünne Schicht versanken die Moppeds in schier unbegreiflich schlammigem Matsch.
Es nützte nichts, aber von der ursprünglich geplanten Route mußten wir recht schnell abweichen.
So kam es dann auch, dass wir am ersten von geplanten zwei Tagen ganze 30 km hinter uns brachten.

Speziell war auch unsere Übernachtung, die wir wohl unfreiwillig in Algerien verbrachten.
Wir bauten unser Zelt auf, während Claudia und Werner es vorzogen, direkt unter freiem Himmel zu schlafen.
Camping in Algerien
Als die Sonne so gerade untergegangen war näherten sich uns auf der Pistenstraße zwei Geländefahrzeuge mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit.
Militär? Touareg? Nur eins war klar, so fahren keine Touristen. Bei einbrechender Dunkelheit mit solch hoher Geschwindigkeit.

Sie fuhren trotz allem nicht annähernd so schnell wie die durchgedrehte Wüstenspringmaus, die es auf unser Zelt abgesehen hatte.
Nachdem sie sich den Bauch mit unseren vergrabenen Kartoffelschalen vollgeschlagen hatte muß sie einen Energieflash bekommen haben, der die ganze Nacht anhielt.*supa*
Während wir im Zelt also von einem recht kleinen Vertreter der Säugetiere besucht wurden, hatten Claudia und Werner die draußen im Schlafsack nächtigten, einige Kamele zu Gast.
Auch die interessierten sich offenbar für unsere Essenreste und hinterließen einige übelriechende Souvenirs.

Glücklicherweise waren die beiden ominösen Jeeps nicht wieder zurückgekehrt und so wurde es allmählich Morgen.
Nach einem kurzen Frühstück (Werner: Dein Schweizer-Armee-Kocher war echt genial) ging es weiter Richtung Süden.
Abendessen auf dem Schweizer Armeekocher, Werner

An der Stelle mal "Helm ab" für Claudia die sich mit ihrer schweren BMW durch das unwegsame Gelände gekämpft hat.
Verspurter Sand

Als Carola sich mal wieder im Sand festgefahren hatte, wurde ich ob meines Anfängerglückes und der besser motorisierten Maschine etwas übermütig. Ein: "Gib mal her, ich mach das schon.." -endete schließlich darin, dass ich ihre XT bis zum Kettenblatt tief im Sand vergraben habe und zu guter letzt auch noch den Motor abgewürgt habe.
Im Sand stecken geblieben
Im Sand stecken geblieben
Da hieß es dann erstmal den Kickhebel weiträumig ausgraben, damit man im Anschluss den Motor wieder starten konnte.
Ich war wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen und hatte plötzlich einen heiden Respekt vor den Fahrkünsten Carolas, mit ihrer XT.

Zu erwähnen wären jedenfalls noch einige Blessuren, die uns die Tour eingebracht hat.

Da war z.B. Carola deren XT gleich zwei mal nach einem neuen Schlauch verlangte.
Aber auch meine KTM verlangte es nach einiger Pflege, was sie mir mit einem platten Vorderreifen unmißverständlich deutlich machte. Geschickt war auch folgende Aktion meinerseits.
Werner hatte vorgeschlagen, dass wir ständig mit eingeschaltetem Licht fahren sollten und im Pannenfall dieses ausschalten sollten.
So könne, wer vorrausfährt, jeweils schnell im Rückspiegel sehen ob ihm noch alle folgen.
Soweit so gut...ich hatte mich trotzdem entschlossen mich während der Fahrt nach hinten umzudrehen und dabei den Lenker verrissen.

Daraufhin bin ich aus der ausgefahrenen Spur gelangt und habe mich abgelegt. Natürlich auf die rechte Seite, da wo der Krümmer verläuft.
Im Nu war die Hose auf Höhe der eingeklemmten Wade weggeschmort und ich möchte mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn ich mit kurzer Hose unterwegs gewesen wäre.

Nach diesem Offroad-Abenteuer gelangten wir bei M'hamid, relativ planmäßig, wieder auf eine zivilisierte Asphaltstraße.
Diese führte uns nach kurzer Strecke in das schöne Städtchen.
Auf einem der dortigen Campingplätze hatten wir uns mit Martin und Jonas verabredet.
Aber nicht nur die beiden, sondern auch die Freunde von Claudia und Werner, sowie weitere deutsche Afrikafahrer trafen wir dort.
So hatten wir ein schönes gemeinsames Abendessen im Berberzelt.
Am nächsten Tag sind dann einige von uns (ohne Gepäck) zum Crossen in die nahegelegene Wüste gefahren.
Werner's Bruder Jürgen hatte an diesem Tag noch Bekanntschaft mit zwei amerikanischen Enduristen gemacht, die an der Rallye Paris-Dakar teilnahmen. Freundlich wie der ausgewiesene Amateur-Fotograf ist, tauschte er seine Batterie gegen die offenbar etwas schwächlichere Version des Amerikaners. Da dieser nämlich aus Gewichtsgründen keinen Kickstart eingebaut hatte, musste er seine schwache Batterie schon mehrfach zum Starten überbrücken. Dieses Problem sollte fortan Jürgen haben, der es aber sportlich nahm und den Kickstart seiner KTM 640 Adventure betätigte.
Nach einer letzten Nacht ging es am nächtsten morgen Richtung Ouarzazate. Hier stiegen wir in einem beschaulichen Hostel ab, in dessen Foyer wir unsere Moppeds abstellen durften.
Gemeinsam mit Martin und Jonas gingen wir am Abend in das Szene-Restaurant der Stadt.
An den Wänden hingen signierte Fotografien von Hollywood Größen wie Arnold Schwarzenegger, George Lucas, etc.pp.
Hintergrund hierfür waren zahlreiche Kinoproduktionen (Die Mumie, Star Trek, ..) die nahe bei Ouarzazate entstanden waren.
An dieser Stelle trennten sich nun leider die Wege von Martin und Jonas und uns.
Während die beiden abermals weiter Richtung Süden zogen, um sich in Agadir mit Frau/Mutter Chris zu treffen, fuhren wir über den Pass nach Marrakesch. Nachdem wir unsere Motorräder in einer der dort üblichen, bewachten Garagen bis auf Weiteres abgestellt hatten erkundeten wir die wunderschöne, orientalische Stadt.
In der hinlänglich im "Därr" empfohlenen Unterkunft "Chez Ali", gerade mal zwei Minuten vom "Jemaa el Fna" (dem berühmten "Platz der Gehängten") entfernt, stiegen wir ab.
Da dies unsere letzte wirkliche Station auf dieser Reise sein sollte, genossen wir die Stadt unter anderem indem wir eine Kutschfahrt unternahmen. Hier, können wir dem "Därr" nur beipflichten, sollte man jedoch den Preis mit dem Kutscher definitiv vor Fahrtantritt verhandeln.
Es gibt zwar eine vom örtlichen Fremdenverkehrsamt allgemein verbindliche Liste mit Beförderungstarifen, diese wird von den Kutschern allerdings gerne unterschlagen.
Marakkesch ist eine wirklich bemerkenswerte Stadt. Auf dem Platz der Gehängten wimmelt es nur so von Gauklern, die Schwerter schlucken, Schlangen beschwören, Jonglieren, Schuhe putzen, usw.
Der direkt an den Platz angrenzende Markt ist außergewöhnlich und so groß, dass man sich in seinen mit Leinenlaken überzogenen Gängen wirklich verlieren kann.
Kaufen kann man natürlich vornehmlich Gewürze und Töpferware, aber auch alles andere. Steht einem der Sinn jedoch nach einer maurischen Lampe, so sollte man einen kurzen Fussweg in Kauf nehmen und den etwas abseits gelegenen "Lampenmarkt" besuchen. Hier bekommt man tatsächlich dieselben Lampen für ein Zehntel des Geldes, wie sie andernorts gehandelt werden. Als Carola mit ihrem Shopping-Programm fertig war glich ihr Motorrad eher einem Packesel und ich habe nicht gedacht, dass sie alles unbeschadet mit nach Hause bekommen würde.
Einen Teil der Sachen hatte sie überdies im "Chez Ali" deponiert und dieses von den viel später eintreffenden Freunden Martin und Jonas abholen lassen. Tagsüber ist der Marktplatz neben den Gauklern frequentiert von dutzenden Ständen an denen frisch gepresster Orangensaft angeboten wird! Ein echter Hit!
Speziell am Abend ist der grosse Marktplatz empfehlenswert, dann nämlich wenn dort hunderte kleiner Garküchen ihren Betrieb aufnehmen. Oft nur in dem gleißenden Licht einer kleinen Gaslampe brutzeln und braten die Wirte dort ihre delikaten Speisen.
Sicherlich ist einiges davon für uns etwas gewöhnungsbedürftig und so waren wir froh nicht immer exakt zu wissen, was wir da gerade essen.
Nachdem die Reise in Marrakesch also einen eindrucksvollen Abschluss gefunden hatte, zog es uns eilig Richtung Norden.
Da die (z.T. mautpflichtige) Autobahn, zwischen Tanger und Marrakesch, mittlerweile vollständig ausgebaut war, kamen wir schnell voran.
Ein letzter Zwischenstopp in Moulay-Bousselham ist jedoch nicht zur Nachahmung geeignet! Der dortige Campingplatz war bezüglich seiner Sanitäreinrichtungen selbst für uns, nach wochenlangen hygienischen Entbehrungen, noch ekelerregend.
Dafür trafen wir dort auf einen Fischer, der uns von Stolz erfüllt, ein Bild von sich in unserem "Därr"-Reiseführer zeigte.
Nun ging es aber schließlich nach Tanger von wo unsere "Kreuzfahrt"-Fähre beginnen sollte.
Eigentlich hatte ich mich auf ein angenehme Schiffsreise (immerhin zwei Seetage) nach Sete gefreut.
Letztlich war das Schiff soweit ok, entsprach jedoch in puncto "Entertainment" nicht direkt meinen Erwartungen.
Wenn man zuvor also wochenlang mit dem Motorrad -frei wie ein Vogel- durch die Länder reiste, dann konnte einem dieses Schiff gewisse Anflüge von Klaustrophobie vermitteln.
Dafür gab es ständig Essen und die Crew war nett.
Unter den Passagieren gehörten wir einer verschwinden geringen Minorität europäischer Landsleute an.
Wir waren allerdings froh, dass wir nun auf der Rückreise nicht noch einmal durch ganz Spanien reisen mussten.
Im schönen Süden Frankreichs (Narbonne), das allerdings zu dieser Jahreszeit recht frisch war, besuchten wir das nahegelegene Carcassonne.
Auf jeden Fall ein Tipp für Fans von Rittern und Burgen. Summa summarum eine abwechslungreiche und interessante Reise!!
Wir können Marokko als Reiseland wirklich nur empfehlen, zumal man mit einigen Brocken Französisch ganz passabel zurecht kommt.
In diesem Sinne "Afrika wir kommen wieder, Inscha' Allah!!