Literarisches zum Thema Reisen
Wer nur nach etwas Inspiration oder Fernweh sucht, der ist hier richtig!
Hier kann man gemütlich schmökern und lesen, was anderen zum Thema Reisen eingefallen, bzw. was deren Motivation fürs Reisen ist.
Das Reisen bildet sehr; es entwöhnt von allen Vorurteilen des Volkes,
des Glaubens, der Familie, der Erziehung. Es gibt den humanen duldsamen Sinn,
den allgemeinen Charakter. Wer dagegen nichts sah, was ihn in der Sphäre,
worin er lebt, umgibt, hält leicht alles für notwendig und einzig in der Welt,
weil es in seiner heimat dafür gilt.
Immanuel Kant (1724-1804)
Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen!
Johann Wolfgang von Goethe (1746-1832)
Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen,
und dass man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter,
schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lässt.
Adolf Freiherr v. Knigge (1752 - 1796)
Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen anderen Vorurteilen auf.
Oscar Wilde (1900 - 1956)
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur,
darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist's! Reise, reise!
Wilhelm Busch (1832 - 1908)
Ich stelle mir bisweilen vor, wenn ich durch die Straßen gehe,
ich sei ein Fremder, und erst dann entdecke ich, wieviel zu sehen ist,
wo ich sonst achtlos vorübergehe.
Rabindranath Tagore (1861-1941)
Reisen ist tödlich für Vorurteile.
Mark Twain (1835 - 1910)
Nichts ist dem Interesse so zuwider, als Einförmigkeit, und nichts ist ihm so günstig, als Wechsel und Neuheit. Daher macht das Reisen so vieles Vergnügen, weil mit den immer wechselnden Standorten auch die Ansichten der Natur immer wechseln, und daher hat überhaupt das Leben ein so hohes Interesse, weil es gleichsam eine große Reise ist und weil jeder Augenblick etwas Neues herbeiführt, eine neue Ansicht zeigt oder eine neue Aussicht eröffnet.
Heinrich von Kleist (1777 - 1811)
Niemals habe ich soviel gedacht, niemals so richtig gelebt, nie bin ich so ich selbst gewesen wie auf Reisen. Wenn ich am gleichen Fleck bleibe, kann ich nicht denken. Es ist notwendig, dass mein Körper sich bewegt, um meinen Geist zu bewegen. Der Blick auf die Landschaft, der Reigen lieblicher Aussichten, die freie Luft, die Abschüttelung all dessen, was mich in Abhängigkeit hält, weitet meine Seele und macht mich kühn im Denken.
Jean Jacques Rousseau (1712 - 1778)
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
DER PANTHER
Rainer Maria Rilke (1875-1926)
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